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Mit dieser Seite möchten wir zum einen die Öffentlichkeitsarbeit der GoG präsentieren, zum anderen aber auch die Gelegenheit dazu nutzen, uns bei den Krefelder Zeitungen "Rheinische Post", "Westdeutsche Zeitung", "ExtraTipp" und "Stadt-Spiegel" für ihr Engagement zu bedanken, mit welchem sie unsere Arbeit unterstützen, sowie für die Genehmigung zur Veröffentlichung ihrer Artikel auf unserer Homepage.

 
 
Inhalt

 


Westdeutsche Zeitung, 10.09.2013

 

Westdeutsche Zeitung, 17.12.2012
 

Rollstuhlfahrer nicht nur im Tor erlaubt

Die Regelung bei einem integrativen Turnier ärgert ein Krefelder Team so sehr, dass es einen eigenen Wettkampf organisierte.

Krefeld. Glücklich liegen sich Thorsten Langen und Christian Hastenteufel nach dem ersten gewonnen Spiel in den Armen. Beide sind Spieler der ersten Fußball-Mannschaft der Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) aus Krefeld. Beide lieben den Sport, doch nur einer von beiden kann laufen. Trotzdem kämpfen sie gemeinsam am Wochenende in der Turnhalle am Heilpädagogischen Zentrum um Punkte und Tore bei Fußballturnier.

Dort, wo es nötig ist, wird Rücksicht genommen

Insgesamt vier Mannschaften aus Köln, Willich und Krefeld sind beim integrativen Weihnachtsturnier erschienen. Die Stimmung ist hervorragend. Die Anhänger geben alles, um ihre Mannschaft mit Stadionchören zu unterstützen. Behinderte und Nicht-Behinderte präsentieren sich dabei als Einheit. Dort, wo es nötig ist, wird Rücksicht genommen.

Fast könnte man bei dieser Kulisse vergessen, dass der Anlass für das eilig organisierte Turnier kein schöner ist. „Thorsten Langen, unser Rollstuhlfahrer, wurde vom traditionellen Weihnachtsturnier des HPZ in Kempen ausgeladen“, erzählt Lina Schröder, Leiterin der Fußball-Teams der GoG. „Die Begründung dafür lautete, dass die Reifen seines Rollis Streifen auf dem Hallenboden hinterließen. Das ist vollkommen absurd. In den vergangenen Jahren stellte das auch kein Problem dar.“ Auf diesen Einwand Schröders wurden neue, aus Sicht der GoG noch absurdere Argumente vom Kempener Veranstalter für den Turnierausschluss Langens hervorgebracht. „Plötzlich hieß es, die Teilnahme eines Rollstuhlfahrers berge zu große Gefahren für die laufenden Spieler, dabei stand Thorsten bislang immer im Tor“, sagt Schröder kopfschüttelnd.“

„Das Turnier ist eine Solidaritätsbekundung. Wir wollen Thorsten damit beweisen, dass wir zusammenstehen.“

Lina Schröder, Leiterin der Fußball-Teams GoG

Beide am heutigen Tag teilnehmenden Mannschaften der GoG sind integrativ. Körperlich und geistig Behinderte spielen mit Menschen ohne Einschränkung zusammen.

Niemand in der Gemeinschaft duldet die Diskriminierung eines Einzelnen. Deswegen war für alle klar: Wenn einer nicht mitspielen darf, bleibt das gesamte Team dem Turnier fern. „Man muss sich einmal vorstellen, wie diese Situation für Thorsten gewesen ist. Er war einfach fassungslos, am Boden zerstört“, sagt Schröder, die selbst als Spielerin auf dem Platz steht. „Das Turnier ist eine Solidaritätsbekundung. Wir wollten Thorsten damit beweisen, dass wir zusammenstehen. Auch den Ausschluss von Nicht-Behinderten empfinden wir als Diskriminierung. Das Turnier in Kempen sieht nämlich auch vor, dass dort ausschließlich Behinderte gegeneinander spielen.“

GOG

Gemeinschaft ohne Grenzen bringt Menschen mit und ohne Behinderung für die Freizeitgestaltung zusammen.

 

Dass man als Rollstuhlfahrer tatsächlich Fußball spielen kann, stellt Thorsten Langen unter Beweis. Besonders in der Abwehr blockt er die Bälle geschickt ab. „Ich denke, wir konnten damit zeigen, dass ein integratives Turnier durchaus funktionieren kann. Zudem konnten wir den Zusammenhalt innerhalb unserer Gemeinschaft stärken“, sagt Schröder.

 

Westdeutsche Zeitung, 06.12.2012

Rollifahrer nur im Tor erlaubt

Von Peter Gerke und Tobias Klingen

Aufgrund der Verletzungsgefahr sei der Einsatz als Feldspieler nicht möglich. Das ärgert ein Krefelder Team.

Wie im Vorjahr veranstaltet der TuS St. Hubert wieder ein Turnier für behinderte Spieler.

Wie im Vorjahr veranstaltet der TuS St. Hubert wieder ein Turnier für behinderte Spieler. dpa

Wie im Vorjahr veranstaltet der TuS St. Hubert wieder ein Turnier für behinderte Spieler.

Krefeld. In acht Tagen treten wieder Mannschaften beim Kempener Hallenfußball-Turnier für geistig und körperlich behinderte Spieler an – wie seit 20 Jahren schon. Verzichten wird diesmal das Team der Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) Krefeld, weil ihr Rollstuhlfahrer nicht als Feldspieler mitwirken darf.

„Wir sind als Veranstalter für die Sicherheit aller Teilnehmer verantwortlich. Und die können wir nicht gewährleisten, wenn ein Rollstuhlfahrer als Feldspieler mitwirkt. Die Verletzungsgefahr ist zu groß“, begründet Dennis Treker, Obmann der Fußballabteilung des TuS St. Hubert, die Entscheidung.

Die Fußballer der GoG veranstalten nun selbst ein Mini-Turnier am selben Tag wie das in Kempen: am 15. Dezember in der Halle des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) an der Siemensstraße 75 bis 83 in Krefeld. Beginn: 13.30 Uhr. Neben zwei GoG-Teams treten die Piraten Bergisch-Land und Borussia Hohenlind an.

In den vergangenen beiden Jahren hatte die GoG-Mannschaft an dem Turnier in St. Hubert teilgenommen und durfte auch einen Rollstuhlfahrer einsetzen, allerdings nur im Tor. „Als Torwart wäre ein Einsatz auch in diesem Jahr möglich gewesen. Wir schließen niemanden aus. Nur eine Erlaubnis für einen Einsatz als Feldspieler konnten wir wegen der Verletzungsgefahr nicht geben. Das gilt für alle Mannschaften“, sagt Treker. „Auch andere Teams sind dafür, dass keine Rollstuhlfahrer auf dem Feld zum Einsatz kommen.“

Ein Einsatz ihres Rollstuhlfahrers im Tor kam für Lina Schröder, Leiterin der GoG-Fußballabteilung, aber nicht infrage. „Da ist für unseren Spieler die Verletzungsgefahr zu hoch, wenn die Bälle ohne Rücksicht aufs Tor geschossen werden.“ Deshalb werde der Spieler nur noch auf dem Feld eingesetzt. „Der Rollstuhl ist gepolstert. Wir trainieren regelmäßig, es ist noch kein Unfall passiert“, berichtet sie. Die Sicherheitsbedenken kann sie nicht nachvollziehen.

Eine Gefahr bestehe ihrer Meinung nach nur, weil zum Teil „rücksichtslos und unkontrolliert gespielt wird“. Es liege in der Verantwortung der Trainer, auf Rücksichtnahme hinzuweisen. „Da verfolge ich wohl einen anderen Denkansatz, es darf nicht nur ums Gewinnen gehen“, sagt Schröder. „Ich weiß zu schätzen und finde es sehr gut, dass das Turnier angeboten wird. Aber es sollten alle gleich mitmachen können. Da das nicht geht, verzichten wir.“

Von der Stadt hat es bezüglich des Einsatzes von Rollstuhlfahrern keine Vorgaben gegeben. Pressesprecher Christoph Dellmans: „Rollstuhlfahrer sind herzlich willkommen, auf allen Positionen mitzuspielen.“

 

 

Westdeutsche Zeitung, 04.12.2012

Behinderten-Turnier: Rollstuhlfahrer nur im Tor erlaubt

Von Peter Gerke und Tobias Klingen

Einsatz als Feldspieler sei aufgrund der Verletzungsgefahr nicht möglich. Das ärgert ein Krefelder Team.

Kempen. In zehn Tagen treten wieder Mannschaften beim Kempener Hallenfußball-Turnier für geistig und körperlich behinderte Spieler an – wie seit 20 Jahren schon. Freiwillig verzichten wird diesmal das Team der Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) Krefeld, weil ihr Rollstuhlfahrer nicht als Feldspieler mitwirken darf.

„Wir sind als Veranstalter für die Sicherheit aller Teilnehmer verantwortlich. Und die können wir nicht gewährleisten, wenn ein Rollstuhlfahrer als Feldspieler mitwirkt. Die Verletzungsgefahr ist zu groß“, begründet Dennis Treker, Obmann der Fußballabteilung des TuS St. Hubert, die Entscheidung.

Teamleiterin hält Einsatz im Tor für zu gefährlich

In den vergangenen beiden Jahren hatte die GoG-Mannschaft an dem Turnier teilgenommen und durfte dabei auch einen Rollstuhlfahrer einsetzen, allerdings nur im Tor. „Als Torwart wäre ein Einsatz auch in diesem Jahr wieder möglich gewesen. Wir schließen niemanden aus. Nur eine Erlaubnis für einen Einsatz als Feldspieler konnten wir wegen der Verletzungsgefahr nicht geben. Das gilt für alle Mannschaften“, sagt Treker.

Ein Einsatz ihres Rollstuhlfahrers im Tor kam für Lina Schröder, Leiterin der GoG-Fußballabteilung, aber nicht infrage. „Da ist für unseren Spieler die Verletzungsgefahr zu hoch, wenn die Bälle ohne Rücksicht aufs Tor geschossen werden.“

Deshalb werde der Spieler seit längerem nur noch auf dem Feld eingesetzt. „Der Rollstuhl ist gepolstert. Wir trainieren regelmäßig, es ist noch kein Unfall passiert“, kann Schröder die Sicherheitsbedenken nicht ganz nachvollziehen.

Eine Gefahr bestehe ihrer Meinung nach nur, weil zum Teil „rücksichtslos und unkontrolliert gespielt wird. Das liegt aber in der Verantwortung der Trainer, auf Rücksicht hinzuweisen. Da verfolge ich wohl einen anderen Denkansatz, es darf nicht nur ums Gewinnen gehen“, sagt Schröder: „Ich weiß zu schätzen und finde es sehr gut, dass das Turnier angeboten wird.

Unseren Spielern hat es auch immer viel Spaß gemacht. Aber es sollten alle gleich mitmachen können. Da das nicht geht, verzichten wir.“ Die Fußballer der GoG veranstalten nun selbst ein Turnier.

Hallenboden spielt laut TuS bei der Entscheidung keine Rolle

Zudem, so Schröder, sei ihr gesagt worden, dass auch die mögliche Verschmutzung des Hallenbodens eine Rolle spiele. „Ich verwies darauf, dass der Rollstuhl unseres Spielers keine Streifen hinterlässt“, sagt Schröder.

„Wir haben die Auflage, dass der Hallenboden sauber bleibt. So eine Reinigung kostet schließlich wahnsinnig viel Geld“, sagt Treker. Daran liege die Einsatz-Einschränkung für Rollstuhlfahrer allerdings nicht. „Grund ist unsere Verantwortung für die Sicherheit aller Teilnehmer, die wir nur so gewährleisten können. Auch andere Teams sind übrigens dafür, dass keine Rollstuhlfahrer auf dem Feld zum Einsatz kommen“, sagt Treker.

Stadt Kempen hat keine Vorschriften gemacht

Von der Stadt hat es bezüglich des Einsatzes von Rollstuhlfahrern keine Vorgaben gegeben. „Die Stadt Kempen hat definitiv niemals gesagt, dass Rollstuhlfahrer nicht am Turnier teilnehmen dürfen“, sagt Pressesprecher Christoph Dellmans. Die Veranstaltung finde seit 20 Jahren mit Erfolg statt. Das soll so bleiben. „Rollstuhlfahrer sind herzlich willkommen, auf allen Positionen mitzuspielen.“

Probleme habe es in den vergangenen Jahren nur damit gegeben, dass nach dem Turnier „sehr viele Streifen“ auf dem Hallenboden zu finden gewesen seien. Ursache ist laut Dellmans, dass die Sportler häufig Schuhe mit einer dunklen Sohle tragen.

Die Verwaltung habe den Veranstalter deshalb darauf aufmerksam gemacht, darauf zu achten, dass die Teilnehmer Schuhe mit heller Sohle tragen. „Ansonsten sieht die Genehmigung für das Turnier aus wie in den vergangenen Jahren. Rollstuhlfahrer dürfen mitmachen.“

Westdeutsche Zeitung, Mai 2010

Kreativ-Urlaub mit Behinderten

SOMMERAKADEMIE Gemeinschaft ohne Grenzen sucht noch Sponsoren.

Lena Herrmann (18) und 25 weitere Behinderte zwischen 15 und über 40 Jahren aus Krefeld und Umgebung freuen sich schon riesig auf den 16. Juli. Dann nämlich fahren die Mitglieder der Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) an die Ostsee, um unter der Anleitung bekannter Künstler eine Woche kreativ tätig zu sein.
Doch die Sommerakademie „Ästhetische Werkstatt für Menschen mit Behinderung" in der Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg hat ihren Preis: Nicht nur Anreise und Unterkunft, sondern auch Künstler wie Gordon Brown (Plastik), Eva Maria Mehrgart (Malerei), Ingo Mertens (Videofilm) oder Klaus-Ove Kahrmann (Druck) müssen bezahlt werden - sie leben von ihrer Kunst.


Unter anderem beim Pfingstlauf im Stadtwald wird Geld gesammelt

Deshalb ist die vor gut sieben Jahren von der Krefelder Familie Schröder ins Leben gerufene Gemeinschaft ohne Grenzen (Teffpunkt an jedem Freitagabend im Jugendzentrum der Friedenskirche) auf Sponsoren angewiesen. Zwar kann die Studentin Lina Schröder, zusammen mit ihrer Schwester Sophie „tragende Säule" der GoG, schon auf vier stattliche Spenden (darunter 4000 Euro von der Aktion Mensch) verweisen, doch ist damit die Sommeakademie längst nicht finanziert. Lina Schröder: „Ein Busunternehmen hat allein für An- und Abreise 3000 Euro verlangt."
Und so fließt vor dem kreativen Urlaub an der Ostsee noch der Schweiß: Mitglieder der GoG werden sich am Pfingstlauf der Stadt Krefeld (24. Mai im Stadtwald) beteiligen - sie gehen über 500, 2000 und 10000 Meter an den Start, zu Fuß oder auch im Rollstuhl. Sie suchen Laufpaten, die sie mit mindestens einem Cent pro Meter unterstützen.
Die Gemeinschaft, die Integration, Gleichberechtigung und Toleranz lebt, steht unter der Trägerschaft der Lebenshilfe, die sich ebenfalls mit einer Spende an der Sommerakademie beteiligt. Wenn alle Teilnehmer zurück in Krefeld sind, sollen die an der Ostsee entstandenen Werke in einer Ausstellung präsentiert werden. Dann wird sich auch der neue Chor präsentieren, der sich in Scheersberg formieren wird.
Kontakt: Familie Schröder, Ruf 800107, E-Mail: sophieschroeder@gmx.net   al



Rheinische Post, 27.12.2007


 
Stimmungsvolle Feier der GoG in der Friedenskirche   RP-FOTO:T.L.



Fünf Jahre GoG

 

(RP) Mit zahlreichen Freunden, Eltern, Betreuern, Verwandten und Bekannten feierte die Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) für Menschen mit und ohne Behinderung - jetzt im Gemeindedezentrum der Friedenskirche ihr fünfjähriges Bestehen. Zu der Feier mit Tombola und Büffet hatten sich unter anderem auch die Live-Musikgruppen Groove Company und Monoblock Schmitt angesagt.
 

Westdeutsche Zeitung, 24.12.2007


Gemeinschaft ohne Grenzen ist fünf Jahre alt
 


Das fünfjährige Bestehen feierten in und an der Friedenskirche die Mitglieder der Gemeinschaft ohne Grenzen. Die Gemeinschaft mit rund 80 zumeist behinderten Mitgliedern hat erst vor kurzem im Jugendzentrum der Friedenskirche eine neue, dauerhafte Bleibe gefunden. Interessierte melden sich bei Familie Schröder, Ruf 80 01 07.

www.gog.ag.vu
 

Westdeutsche Zeitung, 21.12.2007

 
Gemeinschaft ohne Grenzen feiert Jubiläum

Die Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) feiert heute von 19.30 bis 23 Uhr ihr fünfjähriges Bestehen. Das Fest findet im Gemeindesaal der Friedenskirche an der Alten Linner Straße statt. Musikgruppen aus verschiedenen Jugendzentren werden für Live-Musik sorgen.


Rheinische Post, 20.12.2007

Die GoG feiert fünfjähriges Bestehen

(RP) Die Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) - Freizeitgestaltung für Menschen mit und ohne Behinderung - wird fünf Jahre alt. Aus diesem Anlass lädt die GoG alle Freunde, Eltern, Betreuer, Verwandte und Bekannte für morgen, 21. Dezember, zu einer Geburtstagsfeier ins Gemeindezentrum der Friedenskirche ein. Geboten werden Live-Musik, unter anderem mit der Groove Company und Monoblock Schmitt, eine Tombola, ein Büffet und vieles mehr.
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Fr., 21. Dezember, 19.30-23 Uhr, Gemeindezentrum Friedenskirche., Neue Linner Straße.

 

Rheinische Post, 29.11.2007


GoG sucht Ausrüstung für Tanzbereich

 
(RP) Das neue Heim in der Friedenskirche bietet der Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) viele Vorteile. Allerdings möchte die Gruppe dort gern einen Tanzbereich einrichten, weil das Tanzen für ihre Besucher mit schwerer Behinderung elementarer Bestandteil der gemeinsamen Abende ist. Die GoG sucht dafür Gegenstände wie Discokugel, Schwarzlichtröhre, Spiegelfolie et cetera, die leicht auf- und abzubauen sind. Nähere Informationen bei Familie Schröder unter Telefon 800107. Das Spendenkonto bei der Volksbank: 1707567011 BLZ: 320 603 62.


Westdeutsche Zeitung, 23.11.2007


Behinderte sagen Danke mit Theaterstück

GEMEINSCHAFT OHNE GRENZEN Dringend gesucht wird eine Disko-Ausstattung.

 
Erst war es nur eine Interimslösung, jetzt haben sie eine dauerhafte Bleibe (an jedem Freitagabend) im Jugendzentrum der Friedenskirche: die rund 80 zumeist behinderten Angehörigen der „Gemeinschaft ohne Grenzen"(GoG), die bis zum 1. April im Canapee von St. Martin beheimatet waren. „Wir sind so herzlich in der Friedenskirche aufgenommen worden, dass wir uns mit einem Theaterstück bei unseren Hausherren bedanken wollen", teilen Sophie und Lisa Schröder, die Sprecherinnen der Gemeinschaft, mit.
In der Reihe „Theater von unten" führen rund 30 Mitwirkende heute Abend um 19.30 Uhr im Jugendzentrum an der Mariannenstraße eine 20-minütige Bühnenshow unter dem Motto „Wir sagen Danke" auf. Die Schröder-Schwestern hoffen, dass alle behinderten Freunde an diesem Abend auch einen Fahrdienst bekommen.
Tanzen ist eine große Leidenschaft der behinderten jungen Leute. Doch für eine Disko im Jugendzentrum mangelt es derzeit noch am Zubehör: eine Musikanlage mit zwei Laufwerken und Mischpult, eine Disko-Kugel, eine Schwarzlichtröhre, Leuchtfarben, Stoffe zum Bemalen oder einfach auch nur große Haken zum Aufhängen von Lichterketten werden dringend benötigt. Die GoG, deren erklärtes Ziel der Abbau von Grenzen zwischen Nichtbehinderten und Behinderten ist, sucht nun Krefelder, die derlei Dinge ungenutzt im Keller oder auf dem Speicher haben.
„Wir freuen uns aber auch über jede kleine Geldspende", sagt Sophie Schröder und verweist auf den derzeitigen Kontostand der Gemeinschaft: „Null Euro". Denn frühere Spendengelder seien im Sommer durch die Ferienfreizeit für 16 Behinderte auf Ibiza verbraucht worden. „Das war ein unvergessliches Erlebnis für die Leute. Fast alle sind zum ersten Mal in ihrem Leben geflogen."       al

Kontakt: Familie Schröder, Ruf 800107 oder über Internet unter www.gog.ag.vu


Stadt-Spiegel, 04.04.2007

Abschiedsparty im Canapée

Ab April neuer GoG-Treffpunkt in der Friedenskirche

 
Krefeld-Süd (max). Vier Jahre lang traf sich die Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) immer freitags im Canapee, dem Jugendraum der Pfarrgemeinde St. Martin, um miteinander zu spielen, klönen und zu feiern. Nun meldete die Pfarre Eigenbedarf am Jugendraum an und kündigte der GoG zum Ende März.
Am Freitag feierten die vielen ehrenamtlichen Helfer und Besucher des regelmäßigen Treffs Abschied von der alten Herberge. Doch zu der Träne, die in Erinnerung an die schönen gemeinsamen Stunden vergossen wurde, mischte sich die Freude auf eine neue Bleibe.
Nach umfangreichen Bemühungen zahlreicher einflussreicher Freunde konnte die GoG am Freitag verkünden, dass ein neuer Treffpunkt gefunden wurde. Ab Ende April steht die Friedenkirche mit ihrem Jugendzentrum, immer freitags, wieder für behinderte und nicht-behinderte Freunde der Gemeinschaft ohne Grenzen zur Verfügung. Als langfristiges Ziel wünschen sich die GoGs dauerhaft eine eigene Bleibe zu finden. Eine Gaststätte, in der sich die Mitglieder selbst einrichten und behindertengerecht ausrüsten können, ist der große Traum.
Viele weiter Informationen zur Gemeinschaft ohne Grenzen finden sich im Internet unter www.gog.ag.vu
Zum Abschied vom Canapee gab es Livemusik von zwei Musikgruppen aus Dinslaken, „Blechspielzeuch" und „Tetra Sax" sorgten für Stimmung. Foto: max


Westdeutsche Zeitung, 02.04.2007


Neues Zuhause ist gefunden


JUGENDARBEIT Die Gemeinschaft ohne Grenzen trifft sich ab 27. April in der Friedenskirche.

Von Wilfried Tokarski

 
Aufatmen bei der Krefelder Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG). Ab Freitag, 27. April, haben die 80 Menschen mit und ohne Behinderung aus allen Altersstufen einen neuen wöchentlichen Treffpunkt: Von 19.30 bis 22 Uhr kommt man im Jugendzentrum der Friedenskirche zusammen, um zu spielen, erzählen und immer viel zu lachen.

Vier Jahre lang war die GoG im „Canapee" beheimatet

 
Seit der Gründung vor vier Jahren war die, „grenzenlose Gemeinschaft", in der jeder die Möglichkeit hat, seine eigenen Ideen, Wünsche und Träume einzubringen, im Jugendtreff „Canapee" der Pfarre St. Martin zu Hause. Das neue Domizil gab unter großem Beifall Kontaktperson Lina Schröder bei der Abschiedsfete in den prall gefüllten Räumlichkeiten an der Ispelsstraße bekannt.
Zum letzten Treffen im Canapee waren alle eingeladen, die der GoG nahe stehen und sie auch in den letzten vier Jahren tatkräftig unterstützt haben. Die Gemeinschaft ohne Grenzen musste sich ein neues Domizil suchen, weil die Pfarre St. Martin durch die offene Jugendarbeit Eigenbedarf für sich in Anspruch nahm.
Für das Finale hatten sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen. So sorgten die Gruppen Blechspielzeuch aus Duisburg und Tetra Sax aus Dinslaken ohne Gage für stimmungsvolle musikalische Unterhaltung. Unter den vielen Gästen sah man auch Gabi Laumen, die Behindertenbeauftragte des Bistums Aachen.
Keiner ging an dem Abend mit knurrendem Magen nach Hause. Dafür sorgte ein reichhaltiges Büffet, von Privatpersonen gespendet. Lina Schröder: „So ist das bei uns. Jeder hat etwas dazu beigesteuert. Wir sind offen für alle Besucher. Unser Träger ist die Lebenshilfe Krefeld. Da gilt schon immer das Motto: Jeder ist für jeden da."

Am Programm wird sich mit dem Umzug nichts ändern
 
Auch im neuen Zuhause wird die Gemeinschaft ohne Grenzen zusammen mit allen Gleichgesinnten jeden Freitag treffen, Tagesausflüge und Ferienfahrten, zum Beispiel die nach Ibiza im Oktober, planen. Glücklich ist man, dass auch im Jugendzentrum der Friedenskirche Billard, Kicker und sogar eine Theke vorhanden sind. Musik- und Tanzangebote werden noch organisiert. Schröder: „Wir sind dankbar, bei der Friedenskirche ein Dach überm Kopf gefunden zu haben. Somit werden auch weiterhin persönliche oder gesellschaftliche Grenzen bei uns überwunden."



Stadt-Spiegel, 28.03.2007

 
GoG feiert Abschiedsfest
 
Krefeld (nl). Die Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) sucht derzeit ein neues Domizil. Da die Pfarre St. Martin nun Eigenbedarf hat, können deren Räumlichkeiten, der Jugendtreff Canapee, ab dem 1. April nicht mehr für genutzt werden (der STADT-SPIEGEL berichtete). Auch wenn die ganze GoG auf diese Nachricht mit großer Wehmut reagiert hat, hat man gemeinsam beschlossen, das letzte Treffen im Canapee gebührend zu feiern. Dazu sind alle eingeladen, die der GoG nahe stehen und die Gemeinschaft in ihren vier Jahren unterstützt haben. Für musikalische Unterhaltung werden an diesem Abend die Gruppen „Blechspielzeuch" und „Tetra Sax" sorgen. Außerdem wird ein großes Büffet keinen Besucher hungrig nach Hause gehen
 
lassen.
Gefeiert wird am kommenden Freitag, 30. März, von 20 bis 23 Uhr im Canapee der Pfarre St. Martin an der Ispelsstraße 67a.

 

Westdeutsche Zeitung, 19.03.2007


Die letzte große Party im Canapee

ABSCHIED Gemeinschaft ohne Grenzen feiert am 30. März.

 
Freitag, der 30. März, ist für die „Gemeinschaft ohne Grenzen" (GoG) ein denkwürdiger Tag: Mit einer großen Party verabschiedet sich der Klub der Behinderten und Nichtbehinderten nach vier Jahren von seinem Treffpunkt, der Jugendeinrichtung Canapee an der Ispelsstraße. Die Pfarre St. Martin im Krefelder Süden hatte für die Kellerräume an Freitagabenden Eigenbedarf angemeldet (die WZ berichtete) und der GoG die Kündigung ausgesprochen.

Veranstalter rechnen mit über 100 Teilnehmern
 
Sophie und Lisa Schröder, Mitgründerinnen der „Gemeinschaft ohne Grenzen", laden nun für den übernächsten Freitag zur Abschiedsfeier (20 bis 23 Uhr) mit Tanz und großem Büffet ein. Zwei Bands werden den Ton angeben: Blechspielzeuch und Tetra Sax, beide aus Duisburg. Die Veranstalter rechnen mit mindestens 100 Teilnehmern.
Noch immer ist die GoG auf der Suche nach geeigneten, behindertengerechten Räumen und Toiletten. Für eine Übergangslösung wurde ihr das Jugendheim der Friedenskirche, Mariannenstraße, angeboten.    al


Westdeutsche Zeitung, 21.02.2007

Verhalten ist völlig unverständlich

Zu: Gemeinschaft ohne Grenzen vor dem Aus, WZ vom 17. Februar:

 
Das Verhalten der St. Martin-Kirchengemeinde, der Jugendeinrichtung „Canapee" die Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung zu stellen, ist mir völlig unverständlich. Gerne werden in den Medien Integrationen von Behinderten und Nichtbehinderten propagiert, aber in der Praxis ist dies leider oft nicht der Fall, wie dieses traurige Beispiel zeigt. Die so genannten Christen sollen sich in Grund und Boden schämen. Es ist kein Wunder, wenn die Kirchenaustritte zunehmen, wenn man von solch unchristlichem Verhalten erfährt.

Ulrike Grünert, Höppnerstraße 6


Stadt-Spiegel, 21.02.2007:

 

Räume gekündigt: GoG sucht neues Domizil


Bis zum 1.April müssen die rund 60 behinderten und nicht behinderten Menschen der „Gemeinschaft ohne Grenzen" fündig geworden sein.


Von Toni Lieto
 
Krefeld. „Für nicht behinderte Menschen gibt es zahlreiche Freizeitangebote. Bei Behinderten sieht das schon ganz anders aus. Die müssen in der Regel betreut werden", sagen die Schwestern Sophie und Lina Schröder - und schauen missmutig drein. Denn das bisherige Domizil der „Gemeinschaft ohne Grenzen" (GoG), die die Schwestern vor vier Jahren mitgegründet haben, steht ab dem 1. April nicht mehr zur Verfügung. Rund 60 zumeist junge behinderte und nicht behinderte Menschen, die der GoG momentan angehören, seien davon betroffen. Bislang war die Gemeinschaft im Kinder- und Jugendzentrum an der Ispelstraße untergebracht, unterhielt dort immer freitags abends einen offenen Treff. „Die Kündigung erfolgte aus Gründen des Eigenbedarfs", berichten die Schröder-Schwestern, die Verständnis aufbringen, jedoch nun als Ehrenamtliche vor einer schweren Aufgabe stehen: Sie müssen geeignete Räumlichkeiten finden - und zwar rasch.
Dem Oberbürgermeister Gregor Kathstede haben sie bereits einen Brief geschrieben. Darin erbeten sie Unterstützung bei der Suche nach einem Domizil, das besondere Gegebenheiten erfüllen muss, zum Beispiel rollstuhlgerechte Toiletten. Und äußerst kostengünstig sollte sie sein. An den Abenden findet stets eine umfangreiche Freizeitgestaltung statt: Billard spielen, sich unterhalten, gemeinsam lachen und vieles mehr. „Unsere Gemeinschaft, die von der Lebenshilfe getragen wird, ist für alle Besucher offen", sagt Sophie Schröder. Einziger Haken: Ohne Räumlichkeiten keine GoG.


ExtraTipp, 18.02.2007:

 

Verein sucht neue Heimstatt

Ehrenamtler kümmern sich um behinderte Menschen

Krefeld (red). Der Verein Gemeinschaft ohne Grenzen kümmert sich ehrenamtlich um behinderte Menschen. Bislang trafen sich die rund 40 Mitglieder regelmäßig im Kinder- und Jugendzentrum an der Ispelstraße. Doch die Räumlichkeiten werden künftig anderweitig genutzt. Dem freitäglichen Treffen ist damit die Basis entzogen.
Deshalb suchen die Verantwortlichen nach einer neuen Bleibe. Sie stehen unter dem Patronat der Lebenshilfe e.V.. Doch auch die Lebenshilfe kann der Gruppe keinen Raum zur Verfügung stellen. Die Bleibe würde einmal in der Woche am Abend genutzt und müsste über rollstuhlgerechte Toiletten und Unterstellmöglichkeiten für diverse Gerätschaften, wie z.B. ein Skalamobil, verfügen. Außerdem sollte die Lage möglichst zentral sein, da die Besucher des Treffs aus der ganzen Umgebung Krefelds kommen. Wer helfen kann, melde sich bei Familie Schröder an der Carl-Wilhelm-Straße unter Tel.: 02151/800107. Infos im Internet: www.gog.ag.vu

 

Westdeutsche Zeitung, 17.02.2007:

 

Gemeinschaft ohne Grenzen vor dem Aus

SÜD GoG in Not: Die Pfarrgemeinde St. Martin braucht das Canapee für eigene Jugendangebote.

Von Alexander Alber
 
Vier Jahre lang war die Jugend-Einrichtung Canapee der Pfarre St. Martin an Freitagabenden Treffpunkt für die "Gemeinschaft ohne Grenzen" (GoG): Überwiegegend junge Leute aus Krefeld und Umgebung, Behinderte und Nichtbehinderte, schmiedeten im Keller an der Ispelsstraße Pläne für Ausflüge und Ferienfahrten wie die für diesen Herbst geplante Ibiza-Reise. Sie diskutierten und lösten gemeinsam Probleme des täglichen Lebens, spielten Billard oder feierten einfach. Mit Hilfe der WZ fanden sie vor fast drei Jahren einen Sponsor für ein Scalamobil, einen Treppenlift fur Rollstühle.
30 bis 40 Teilnehmer kommen zu den wöchentlichen Treffs, bei den Jahresfeiern sind es sogar 100. Zum Verteilerkreis gehören inzwischen 80 Leute. Am 30. März ist Schluss an der Ispelsstraße, weil die Pfarre nach den Osterferien eigene Jugendangebote zunächst jeden zweiten Freitag im Canapee plant. Lina und Sophie Schröder, Studentinnen und Mitgründerinnen der "Gemeinschaft ohne Grenzen" unter der Trägerschaft der Lebenshilfe, sind nun auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten: "Wenn wir in den kommenden Wochen nichts finden, fehlt uns die Basis fur die Arbeit. Dann konnen wir die Gruppe auflösen."

 
Gruppe fand bisher kein geeignetes Lokal in der Nähe des Bahnhofs

Beide sind bereits durch die Stadt gezogen, um ungenutzte Lokale ausfindig zu machen. Sophie Schroder: "Aber die Eigentümer lassen sie lieber leerstehen, als sie unentgeltlich zu überlassen." Eine leerstehende Gaststätte mit Tanzfläche, ohne steile Treppen zur Toilette, wäre das Optimale für die Gemeinschaft, die unbedingt an ihrem Freitagabend-Treff festhalten will. "Wir dürfen nicht vergessen, dass in vielen Diskos Behinderte auch heutzutage noch unerwünscht sind." Die gesuchten Räume sollten möglichst nicht zu weit vom Bahnhof und Bushaltestellen entfernt sein. "Vielleicht findet sich ja ein Sponsor, der einen Teil der laufenden Kosten übernimmt." Andererseits könne man sich auch eine Partnerschaft mit einer anderen sozialen Organisationen oder selbst Musikgruppen vorstellen, die ebenfalls auf Raumsuche sind. Wegen des vorhandenen Scalamobils sind Eingangstreppen zu überwinden - wenn sie nicht zu steil nicht.

Kontakt unter Ruf 800107 oder
E-Mail: sophieschroeder@gmx.net
www.gog.ag.vu

 
 


 
Rheinische Post, 16.02.2007:
 

Behindertengruppe vor der Tür

In der Gemeinschaft ohne Grenzen treffen sich jeden Freitag 30 bis 40 Behinderte und Nichtbehinderte im Jugendzentrum Canapee von St. Martin. Jetzt hat die Kirche wegen Eigenbedarfs "gekündigt".


VON JOCHEN LENZEN
 
Große Sorge treibt Sophie und Lina Schröder um: Die beiden Studentinnen sind Mitglieder der rund 60-köpfigen Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG), die sich die Integration von Menschen mit und ohne Behinderungen auf die Fahne geschrieben hat und dieses Ansinnen seit vier Jahren erfolgreich in die Tat umsetzt. In ihrem offenen Treff im Jugendzentrum Canapee der Pfarre St. Martin kommen jeden Freitag zwischen 30 und 40 Menschen zwischen 15 und über 50 Jahren mit und ohne Behinderung zusammen, um Probleme zu erörtern und die Gemeinschaft zu pflegen. Jetzt teilte die Pfarre der GoG mit, dass sie das Canapee wegen Eigenbedarfs nicht mehr zur Verfügung stellen kann. Damit steht die GoG auf der Straße.

Unter neuer Trägerschaft

"Wir hatten uns nach der Gründung unseres Freundeskreises vor vier Jahren mit der Frage an verschiedene Pfarren gewandt, ob sie uns einen Raum für wöchentliche Treffen zur Verfügung stellen könnten", berichten Sophie und Lina Schröder. Da sei die Gemeinde St. Martin hilfsbereit gewesen und habe das Jugendzentrum Canapee zur Verfugung gestellt. "Zuerst haben wir eine Raummiete gezahlt, die wir dann einsparen konnten, als uns die Gemeinde sogar in ihre Trägerschaft nahm. Aus Gründen der Überlastung forderte die Gemeinde uns dann im vergangenen Jahr auf, einen anderen Träger zu suchen, was uns mit dem Lebenshilfe e.V. auch gelungen ist. Damit durften wir das Canapee weiterhin kostenlos nutzen - bis jetzt das Schreiben mit der Absage kam."
"In Absprache mit der Pfarrgemeinde und den Trägervertreterinnen unserer Offenen Jugendeinrichtung müssen wir Euch mitteilen, dass wir ab dem Ende der Osterferien nicht mehr in der Lage sein werden, das Canapee wöchentlich zur Verfügung zu stellen", heisst es in dem Schreiben. Die Altersstruktur und damit die Bedarfslage unserer BesucherInnen hat sich in soweit geändert, dass wir dem Grund nach freitags generell eigene offene Angebote machen müssten. In Absprache mit dem Jugendamt haben wir vertraglich zugesichert, dies zunächst 14-tägig zu tun." Das Canapee werde von der Stadt und dem Bistum fur Offene Kinder- und Jugendarbeit gefördert und diene in erster Lime dieser Aufgabe. "Unser Angebot einer 14-täglichen Nutzung steht aber nach wie vor, doch haben wir daraufhin von der GoG noch nichts gehört", so Canapee-Leiter Achim Frangen.
Die GoG, deren Akteure ehrenamtlich arbeiten, hat sich nun mit ihrem Problem an OB Gregor Kathstede gewandt und bittet auch die Öffentlichkeit, ihr bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten zu helfen. "Wenn wir noch Sponsoren finden würden, können wir sogar eine Miete bezahlen", sagen Sophie und Lina Schröder. Treppen sind insofern kein Problem, als die GoG über ein "Skalamobil" verfügt.

 

INFO

Daten zur GoG
 
Name Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG).
Mitglieder Etwa 60 Behinderte und Nichtbehinderte.
Aktionen Offene Treffen freitags 19.30 bis 22 Uhr im Jugendzentrum Canapee, lspelsstraße 67a;
Ferienfahrten und Tagesausflüge.
Kontakt Familie Schröder, Carl-Wilhelm-Straße 27, Telefon: 800107.
Internet www.gog.ag.vu









Kommentar:
 

Auf Krefeld(er) verlassen

Ein Dilemma: Die St. Martin-Gemeinde hatte ihre Räume einer Behindertengruppe zur Verfügung gestellt. Jetzt will sie den Platz fur sich selber für ihre ureigene Aufgabe der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Der Freitagstermin spielt dabei eine besondere Rolle, denn er ist der attraktivste in der Woche.
Das gilt auch für die GoG, die in ihren Reihen zahlreiche Besucher hat, die unter der Woche im Heilpädagogischen Zentrum arbeiten und daher auf diesen Termin angewiesen sind. Eine 14-tägliche Nutzung ist für sie daher keine Lösung auf Dauer, zumal das Canapee an diesen Abenden auch gelegentlich vermietet werde, so Sophie Schröder. Damit sei die notwendige Regelmäßigkeit gefährdet, die die GoG brauche.
Eine Zwickmühle, aus der sicherlich herauszukommen ist. Krefeld wäre nicht Krefeld, wenn sich nicht eine Lösung, also ein anderer Raum fur das löbliche Tun der Gemeinschaft ohne Grenzen finden ließe. JOCHEN LENZEN

 


Westdeutsche Zeitung, 05.12.2006:

 

Einer für Alle - Alle für Einen


Von Anne Gerdom

Freitagabend: Laute Musik schallt aus den Kellerräumen der Ispelsstraße 67. Dort unten im Jugendzentrum Cannapee herrscht beste Stimmung. Es wird getanzt, gespielt und gelacht - die Mitglieder der Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) haben sich zu ihrem wöchentlichen Treffen eingefunden. Seit nunmehr fast vier Jahren gehört der Freitagabend für etwa 30 behinderte und nichtbehinderte Menschen zum festen Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung. „Ich zähle jeden Tag bis Freitag", erklärt Christoph, 23, und vertritt damit wohl die einschlägige Meinung der übrigen Mitglieder, zumeist Jugendliche und junge Erwachsene.
Die Gruppe bestand anfangs aus 20 Aktiven, die sich schon im Rahmen eines früheren Treffs begegnet waren und dort Freundschaften geschlossen hatten. Mittlerweile umfasst die Organisation insgesamt etwa 60 überwiegend behinderte Menschen, von denen ungefähr die Hälfte ihre Freizeit regelmäßig miteinander verbringt. Mit der Anzahl der Mitglieder wuchs auch die Vielfalt ihrer Aktivitäten.
Den besonderen Höhepunkt eines jeden Jahres bilden die mehrtägigen Fahrten, die in diesem Jahr in den Freizeitpark Duinrell (Niederlande) und nach Berlin führten. Obschon die Mitglieder der GoG also viel in der Welt herumkommen, liegt der Dreh- und Angelpunkt der Organisation im Jugendzentrum Cannapee. Hier finden auch die Feiern zu Halloween, Nikolaus und Weihnachten statt; an Karneval wird ein Prinzenpaar gewählt. Mehrmals im Jahr können Interessierte bei Kicker-, Billard- und Tischtennisturnieren antreten, an Karaokeabende wird gemeinsam gesungen.

Berührungsängste werden abgebaut

Finanziert wird die Gruppe, die unter Trägerschaft der Lebenshilfe Krefeld steht, in erster Linie durch den Verkauf von Getränken bei derartigen Treffen. Gleichwohl ist die Organisation auch auf Spendengelder angewiesen, um beispielsweise die Kosten für größere Anschaffungen decken zu können. Denn so offenkundig wohl sich alle Mitglieder im Untergeschoss der Ispelsstraße 67 auch fühlen, wurde die Harmonie zeitweise doch getrübt: Der Zugang zu den Kellerräumen erfolgt über mehrere Stufen, was für Rollstuhlfahrer eine schier unüberwindbare Barriere darstellte. Doch die Gruppe vermochte auch hier ihren starken Zusammenhalt zu zeigen. Durch eine Spendenaktion gelang es, das sogenannte Skalamobil anzuschaffen, dessen Kosten sich auf 6000 Euro beliefen. Damit ist der gefahrenlose Transport der Rollstuhlfahrer möglich. So konnte auch diese Hemmschwelle, die behinderte und nichtbehinderte Menschen voneinander trennte, von der GoG durch Eigeninitiative beseitigt werden. Dass die Teilnahme an den Treffen für alle möglich ist, gehört schließlich zum Selbstverständnis der Gemeinschaft.
Deren Ziel ist es nämlich, Menschen mit Behinderung die Chance zur selbstständigen Freizeitgestaltung zu geben und darauf basierend Lebensfreude und -qualität im integrativen Rahmen gemeinsam zu erleben. Den Beweis für den Erfolg dieses Konzeptes bleiben die Mitglieder der GoG nicht schuldig. So erklärt Mitbegründerin Lina Schröder (24): „Mittlerweile fühle ich mich unter behinderten Menschen wohler als unter sogenannten Nichtbehinderten, weil der Umgang freier, ehrlicher und offener ist."
Berührungsängste werden im Rahmen der Gemeinschaft abgebaut, so dass die Fähigkeiten und Schwächen jedes Einzelnen von den Anderen anerkannt und toleriert werden. Von der „netten Atmosphäre" zeigt sich auch Yousaf, 19, angetan, der seit drei Wochen jeden Freitag ins Cannapee kommt. Silke, 15, die während der Treffen vorwiegend auf der Tanzfläche zu finden ist, hat mit der Gruppe „einen großen Freundeskreis gefunden", und Christoph resümiert: „Ich kann mich auf die Leute hier 100%-ig verlassen." Obwohl die Gruppe eine eingeschworene Gemeinschaft zu sein scheint, wird doch der öffentliche Charakter der verschiedenen Veranstaltungen betont, die sich vor allem an nichtbehinderte Jugendliche richten.
Am Freitag, 8. Dezember, feiert die GoG ihr vierjähriges Bestehen im Jugendzentrum Cannapee. Ab 20 Uhr ist jeder eingeladen, sich selbst ein Bild von der „grenzenlosen Gemeinschaft" zu machen.
Weitere Infos findet ihr im Internet unter > www.gog.ag.vu

 

Rheinische Post, 02.12.2005:

 

Behindert oder nicht: Jeder ist für jeden da


VON FABIAN MÖHRKE

Keine Grenzen zwischen behinderten und nichtbehinderten Mitbürgern: diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen, hat sich die Krefelder Gemeinschaft ohne Grenzen (GoG) zum Ziel gesetzt. Unterstützt von der Pfarre St. Martin wird jeden Freilagabend im Canapee der Pfarre an der Ispelsstraße getanzt und erzählt. „Wir waren ungefähr 20 Leute, die sich zur Gemeinschaft zusammengeschlossen haben. Wir kannten uns schon von einer anderen Gruppe", erzählt Lina Schröder (23) von der Entstehung der Gruppierung. Die Studentin der Grundschulpädagogik war von Anfang an dabei. „Aktionen wie Klettern, Fußballspielen oder Kicker- und Billiardturniere gehören zu unserem Repertoire", berichtet sie. Und das nicht erst seit gestern: jetzt feierte die Vereinigung ihr dreijähriges Bestehen.

Einmal im Monat Bowling

„Manchmal treffen wir uns ein­fach nur so und erzählen", sagt Stefan Musialek. Der 25-Jährige gehört ebenfalls zur Gründergruppe. „Feste Aktivitäten wie zum Beispiel das monatliche Bowling halten die Gruppe zusammen". Dabei soll nicht nur die Integration von Behinderten gelingen. Denn Gemeinschaft ohne Grenzen hat noch andere Bedeutungen: so sollen die Gestaltungsfreiheit aller gefördert oder auch unterschiedliche Charaktere zusammengeführt werden.
Das Motto der Gruppe: Jeder ist für jeden da! Und das merkt man. „Die Gemeinschaft besteht jetzt aus ungefähr 70 bis 80 Interessenten", erzählt Schröder stolz. „Vollständig sind wir fast nie, weil viele auch aus Heimen kommen oder zu Hause helfen müssen". Die meisten der Gruppenmitglieder    arbeiten hauptberuflich im heilpädagogischen Zentrum (HPZ) an der Siemensstraße.


Populäres Scalamobil

Ein weiterer Aspekt der Gruppenarbeit: das Scalamobil. „Darauf lag eigentlich der Schwerpunkt in den drei Jahren. Wir haben in der Hinsicht viel gemacht", stellt Schröder heraus: Der Treppenlift für Rollstuhlfahrer ist außerordentlich populär.
„Am schönsten waren die Jugendfahrten nach Holland oder in andere Jugendherbergen. Das ging manchmal über zehn Tage", blickt Schröder auf die drei Jahre zurück. „Dabei hatten wir schon Ziele in ganz Deutschland." Die Ausflüge sind so beliebt, dass manchmal sogar mehrere Busse angemietet werden müssen. Die Pfarre St. Martin, zu der die Gruppe seit Mai 2003 als fester Bestandteil gehört, hilft da nach Kräften.
Um die allfreitäglichen Treffen auch Rollstuhlfahrern zu ermöglichen, wurde eigens ein Rollstuhltransporter angeschafft. Denn das eigentliche Ziel verbirgt sich hinter all den Aktivitäten immer noch: Die Integration von Behinderten.

 
     

   


Stadt-Spiegel, Mai 2004:

 

Canapee-Clique: Hilfe für Rollstühle

Auf Treppenraupe zum Freizeit-Spaß


Krefeld (roc). Die Canapee-Clique hat es nach langem Kampf geschafft: Das neue Scalamobil hilft Besuchern im Rollstuhl, die 15 Stufen auf der Treppenraupe motorleicht und ganz unproblematisch zu Überwinden. Bisher sahen sich solche Besucher in der Jugendeinrichtung argen Problemen entgegen. (Der STADT-SPIEGEL berichtete.)
Teamsprecherin    Lena Schröder sichtlich gut gelaunt bei der Party zur Premiere am vergangenen Freitag Abend: „Viele private Spenden und die Firma Vitatron GmbH, Hersteller von Herzschrittmachern in Köln, haben gemeinsam die Anschaffung schnell ermöglicht!"
„Nach dem Spendenappell im STADT-SPIEGEL haben viele Leute aus Krefeld unser Vorhaben mitfinanziert!" Das Scalamobil wird von einer Begleitperson gesteuert und reagiert nach Knopfdruck bei den Stufen. Jeden Freitag, 19.30 bis 22 Uhr, treffen sich junge Leute im Canapee, Ispelsstraße 67, mit behinderten Jugendlichen zum gemeinsamen Freizeitspaß.

 

Westdeutsche Zeitung, Mai 2004:

 

Wie das Unmögliche doch möglich wurde

Die 15 Stufen vor dem Eingang des Canapee sind jetzt mit einen Spezialgerät auch für Rollstuhlfahrer überwindbar - dank der Hilfe von WZ-Lesern.


Von Bettina Vogt

„Ich finde eine Lösung. Egal, wie lange es dauert und wie schwer es ist." Vor ein paar Wochen sprach Verzweiflung aus Olafs Worten. Zusammen mit den übrigen Mitgliedern, der Canapee-Clique, die sich überwiegend aus geistig und körperlich behinderten Menschen zusammensetzt, suchte Olaf händeringend nach einer Möglichkeit, Rollstuhlfahrer in den Kreis aufzunehmen. Wie die WZ berichtete, schienen die 15 Stufen vor dem Eingang des Jugendtreffs der Pfarre St. Martin an der Ispelsstraße ein unüberwindbares Hindernis zu sein.
Doch manchmal werden auch scheinbar unmögliche Dinge durch unermüdlichen Einsatz und die Hilfe von Mitmenschen möglich. „An dem Tag, an dem der Artikel über unser Problem erschienen ist, stand das Telefon nicht mehr still. Viele Menschen wollten spenden oder uns mit ihren Ideen helfen", erzählt Sophie Schröder, die zusammen mit ihrer Schwester Lina die Canapee-Clique betreut.
Noch am selben Abend war das Finanzierungsproblem für einen Rollstuhltransporter gelöst. Neben der Firma Vitatron aus Köln, die die Kosten von bis zu 6000 Euro für einen beliebigen Rollstuhltransporter übernehmen wollte, spendeten auch die Sparkasse und Privatleute, die von dem Zusammenhalt der Clique beeindruckt waren. So kam die Sache im wahrsten Sinne des Wortes „ins Rollen".
Als die Clique davon bei ihrem nächsten Treffen erfuhr, war der Jubel groß. Geschafft! Man konnte den ein oder anderen Stein von den Herzen der Freunde plumpsen hören. Die Monate lange Mühe hatte sich ausgezahlt, und sofort war klar: Sobald ein Rollstuhltransporter ausgesucht ist, wird es eine große Party geben, zu der alle Helfer und endlich auch die Rollis eingeladen werden.
Am Freitag fand diese Feier statt. Im Zentrum des Interesses: Das „Scalamobil". Der Rollstuhltransporter des Reha-Zentrums Düsseldorf gleicht einer Sackkarre. Unter dem Gerät sind elektronische Rollen angebracht, die den Transporter mit dem Rollstuhl die 15 Stufen hoch und runter fahren lassen können. „Normalerweise kostet dieses Gerät inklusive zwei Rollstühlen 9000 Euro. Für die Canapee-Clique haben wir dieses Vorführmodell mit zwei Rollstühlen für 5243 Euro zur Verfügung gestellt, weil wir einfach toll finden, dass es eine solche Gruppe gibt", erklärt Richard Bee, Betriebsleiter des Reha-Zentrums.
Dank des großen Engagements der Canapee-Clique und der Hilfsbereitschaft vieler Spender und Ideengeber können nun auch die Rolli-Fahrer Thorsten und Thomas zur Freude aller Feiernden regelmäßig an den Treffen teilnehmen. Die Begeisterung der Freunde war hingegen unbezahlbar und der schönste Dank für alle Helfer. „Man darf einfach den Blick für andere nicht verlieren", bringt es einer der geladenen Spender auf den Punkt. Dann werden auch scheinbar unmögliche Dinge möglich.

 

Westdeutsche Zeitung, April 2004:

 

Wenn 15 Stufen gute Freunde vom Feiern ausschließen

Das Canapee ist Treffpunkt für Behinderte - doch Rollstühle können nicht in die Räumlichkeiten transportiert werden. Die jungen Leute suchen nach einer Lösung.


Von Bettina Vogt

Freitagabend, 19.10 Uhr:
Über fünfzehn Stufen führt der Weg hinunter ins „Canapee". Stefan, Dirk, Swen und Sascha warten bereits in der Begegnungsstätte. Sie alle haben eins gemeinsam: eine mehr oder weniger starke geistige Behinderung. Zusammen mit über 60 anderen geistig oder körperlich Behinderten gehören sie zur „Canapee-Clique" genauso wie die beiden Studentinnen Lina und Sophie, die die Gruppe betreuen.
Jeden Freitag treffen sie sich hier, um Musik zu hören, zu kickern und Freunde zu treffen. Tagesausflüge oder Ferienfahrten werden von allen gemeinsam organisiert. Die Canapee-Clique ist ein prima Team: Selbstständig und ungeheuer einsatzbereit. Gerne würde sie auch Menschen, die nicht so mobil sind, in ihren Kreis aufnehmen. Doch vor dem Eingang befinden sich fünfzehn Stufen. Ein Hindernis, das für Rolli-Fahrer kaum zu überwinden ist, das den behinderten und nicht behinderten Freunden schon seit einem Jahr Kopfzerbrechen bereitet.
Eine Rampe? Unmöglich, der Weg ist zu lang. Hinunter tragen? Unmöglich, auch wenn beispielsweise der 130 Kilo schwere Rollstuhlfahrer inzwischen 15 Kilo abgespeckt hat. Eine Art Sessellift? Unmöglich, die Treppe ist im Freien. Auch wenn die Freunde ihren Humor nicht verlieren: Ein bisschen kann man ihnen die Verzweiflung ansehen. Sie können die unfreiwillige Ausgrenzung der Rollis nicht ertragen.

19.20 Uhr: Poch, poch! Die Türe öffnet sich. Ein wenig zaghaft tritt ein junger Mann ein. Die lächelnden Blicke, die ihn empfangen, lassen seine anfängliche Scheu schnell verschwinden. Die Canapee-Clique lebt die Integration. „Hallo, ich bin Kai, zu 100 Prozent behindert. Ich leide an Epilepsie. Ich habe gehört, dass ihr einen Weg sucht, Rollis hierhin zu bekommen. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht."
Das Verantwortungsbewusstsein der scheinbar unbeteiligten Behinderten ist beeindruckend.
Erneut öffnet sich die Türe. „Hi Olaf!" Mit Freudestrahlen wird auch er begrüßt. Zahlreiche Telefonate, tonnenweise Briefe - Olaf sucht mit vollem Einsatz nach einer Lösung für das Treppenproblem. Dass fünfzehn Stufen solch eine Hürde sein sollen. „Unmöglich!" Wie oft klang dieses Wort schon in den Ohren der Clique? „Die Leute sagen zu mir: Du bist behindert und kannst nicht richtig denken. Dann sage ich: Ihr könnt denken. Trotzdem ist für euch alles unmöglich aber ich finde eine Lösung! Egal, wie lange es dauert und wie schwer es ist."
Olaf wedelt mit einem Zettel. Der Stein der Weisen scheint gefunden: Ein Rollstuhltransporter einer niederländischen Firma. Eigentlich perfekt - wenn da nicht der stolze Preis von 5111 Euro wäre. 5111 Euro - das bedeutet drei Jahre Kartons packen und putzen im Heilpädagogischen Zentrum, ohne dass ein einziger Cent für die eigene Tasche übrig bleibt. Das scheint mal wieder unmöglich zu sein.
Sascha ist einer derjenigen, die Tag für Tag fleißig im HPZ arbeiten. Laufwerke in Tüten packen und Kartons stapeln. Wenn genügend zu tun ist, macht die Arbeit richtig Spaß. „Manchmal haben wir keine Aufträge. Dann wird's langweilig", beschreibt er seine Arbeitswoche. Montags bis freitags verbringen die jungen Menschen ein Drittel ihres Tages mit ihrem Job. Eine Aufgabe zu haben ist wichtig, auch wenn der Stundenlohn weniger als einen Euro beträgt. Nur leider kann auch von mehreren Gehältern der Rollsruhltransporter nicht finanziert werden.

19.30 Uhr: Startschuss für den gemeinsamen Wochenausklang. Wie fleißige Bienchen schwirren die Mitglieder der Canapee-Clique in der Begegnungsstätte umher, die Gesellschaftsspiele werden hervorgeholt und das Knabberzeug bereitgestellt. Flink flitzen die Hände über die rotierenden Griffe des Kickerautomaten. In den strahlenden Augen kann man es lesen: Endlich ist wieder Freitag. Die Wiedersehensfreude ist groß, aber auch Neue werden sofort willkommen geheißen.
20.30 Uhr: Beim Verlassen des Canapee mit der feiernden Clique bleibt ein Gefühl der Bewunderung - für den Zusammenhalt und die Lebensfreude, die direkt aus den Seelen strahlt und im Innersten berührt. Wie schön wäre es, wenn die Bemühungen Erfolg hätten und auch die Rollis bald an dieser Atmosphäre Teil haben könnten!

» Info und Kontakt: Sophie und Lina Schröder, Tel.: 800107

 
 


Stadt-Spiegel, 21.04.2004:

 

Großes Fragezeichen für die Jugendclique

Wie kommt der Rolli runter ins Canapée?

Krefeld-Süd (max). Seit rund einem Jahr trifft sich immer Freitags eine Jugendclique im „Canapée", dem Freizeitzentrum der Pfarre St.Martin an der Ispelsstraße.

Man unterhält sich, hört Musik, spielt und verbringt die Zeit in angenehmer Gesellschaft unter Freunden. Nichts besonders soweit. Jugendtreffs gibt es auch in anderen Gemeinden.
Doch die Canapée-Clique ist anders. Gegründet wurde sie von jungen Menschen, die sich aus dem Heilpädagogischen Zentrum kennen. Dort nähern sich körperlich und geistig behinderte dem Berufsalltag in verschieden Bereichen und Werkstätten an. Bei der Arbeit verabredete man sich zum privaten Treff mit Freunden, zu denen Behinderte und nicht Behinderte gehörten. Eine toller Freundeskreis wuchs zusammen und wurde zur „Canapée-Clique", die einen festen Anlaufpunkt für einen immer größer werdenden Kreis im Alter zwischen 14 und 63 (!) Jahren bildet.
Neben den regelmäßigen Treffen am Fuße von St. Martin organisiert der Freundeskreis mittlerweile auch Ferienfahrten, die hauptsächlich selbst finanziert sind. Kleine Zuschüsse zu den Aktivitäten erzielt die „Canapée-Clique" durch selbst organisierte Trödelmärkte oder dem Getränkeverkauf an den Cliquenabenden.
Eigentlich könnten die Freunde rundum zufrieden und glücklich sein.
Doch durch die ständig steigende Nachfrage vieler Rollstuhlfahrer nach Einlass ins Canapée stehen die Organisatoren nun vor einem handfesten Problem. Zum Jugendtreff des Gemeindezentrums, das im Keller der Gebäudes liegt führt kein Behinderten gerechter Zugang. Den einen oder anderen Rollifahrer können die engagierten jungen Freunde ja noch herunterheben, doch diese Beförderung ist den Beteiligten weder dauerhaft zumutbar, noch mit Sicherheitsbestimmungen vereinbar.
Eine moderner Rollstuhltransporter wäre ein großer Wunsch der Clique, doch der kostet mindestens 6.000 Euro. Da müsste man lange Trödeln gehen. Fürs Erste könnte eine neue Rampe eine Lösung sein, die das Herunterfahren erleichtern würde, doch auch dazu benötigt man handwerkliches Geschick, Know-how und Baumaterial. Nun hofft die „Canapée-Clique" auf Unterstützung von außen. Wer sich berufen fühlt und die Rollstuhlfahrer unterstützen möchte kann sich im Canapée melden.

 


Rheinische Post, 16.04.2004:

 
 

60 Krefelder machen mobil: Das Canapee sucht Spender, um die Integration voranzutreiben

Treppe versperrt „Rollis" den Weg


Von SILKE SCHIRMER

Thomas Munoz und Lina Schröder kennen sich seit fast sechs Jahren. Doch wenn Thomas auf den Reifen seines elektrischen Rollstuhls einfach mal so zum Quatschen mit Lina und seinen Bekannten in den Jugendtreff Canapee der Pfarre St. Martin fahren will, liegt ein großes Hindernis dazwischen: die Treppe. Steil fällt sie in den ausgebauten Keller mit Kicker und Sitzecken, aus dem der 26-jährige Thomas Munoz nur die Musik zum Treppenabsatz hochschallen hört.
Olaf Bremser steht seinen Freunden Thomas und Lina zur Seite: „Das kann so nicht weitergehen. Wir wollen die Treppe endlich auch für die vielen Rollstuhlfahrer aus unserem integrativen Freundeskreis zugänglich machen. Thomas ist nicht der einzige." 60 Jugendliche und Erwachsene aus dem Canapee sammeln jetzt für einen „Rollstuhltransporter" und einen zusätzlichen Rollstuhl. Kosten: 5927 Euro.

Keine Dauerlösung

Seit Dezember 2002 treffen sich die Krefelder im Canapee an der Ispelsstraße. Seit Mai 2003 gehören sie der Pfarre als feste Gruppe an. Lina Schröder erinnert sich: „Wir haben mit vier Leuten den Thomas ohne Rollstuhl runtergetragen. Das hat eine Viertelstunde gedauert, war unheimlich schwer und für Thomas sehr anstrengend und belastend. Eine Dauerlösung ist das auf keinen Fall."
Jeden Freitag treffen sich um die 50 Leute im Canapee, um die Woche äusklingen zu lassen. Thomas Munoz freut sich, wenigstens oben an der Treppe die Freunde begrüßen zu können: „Ich kenne viele, die hierhin gehen und unten ist ja auch genug Platz, wenn ich nur mal runterkomme." Auch in die benachbarte Pizzeria sind die Jugendclubmitglieder schon ausgewichen. Hier ist keine steile Treppe zu passieren. Aber der 21-jährige Christoph Drosser erklärt: "Von uns arbeiten viele im Heilpädagogischen Zentrum. Dort verdienen wir nicht so viel, um jede Woche weggehen zu können. So 100 Euro kriegen viele nur im Monat."
Der 22-jährige Olaf Bremser hat sich für den Freundeskreis Canapee umgehört: „Ein Freund meines Vaters ist Architekt. Er hat mal nach der Treppe geguckt und gesagt, dass Laufschienen für die Rollstuhlräder bei dem Gefalle nicht gehen." Von einem seitlichen Treppenlift haben Fachleute ebenfalls abgeraten. Er würde im Außenbereich nicht lange halten. Die Lösung: „Unser Transporter-Modell klemmen wir unter den Rollstuhl. Es hat verschiedene Rollen am Fuß. So lastet nicht viel Gewicht auf dem, der hinten schiebt", meint Lina Schröder.

Rollstühle nicht geeignet

Doch nicht alle Rollstühle sind für den Transporter geeignet, der 5111 Euro kostet. Deswegen benötigen die Canapees einen zusätzlichen Rollstuhl für 816 Euro. An Banken und Krankenkassen haben sich die 60 Krefelder schon gewandt und um Hilfe gebeten. Jetzt hoffen sie auch auf die Unterstützung der Mitbürger. Dann können auch die liebevoll „Rollis" genannten Rollstuhlfahrer endlich im Canapee Spaß haben.

Mehr Informationen geben Lina und Sophie Schröder unter Tel. 80 01 07.